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News der HSW Freiburg

Global Entrepreneurship Monitor (GEM) 2012

13. Jun 2013

Die Hochschule für Wirtschaft (HSW) Freiburg hat in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem SUPSI Manno in der Schweiz auch 2012 die Datenerhebung für den internationalen Global Entrepreneurship Monitor (GEM) durchgeführt. Mittels 2000 Telefon- und 36 Experteninterviews wurden die unternehmerischen Einstellungen, Aktivitäten und Ambitionen ermittelt sowie Einflussfaktoren erhoben, welche Art und Ausmass der unternehmerischen Tätigkeiten bestimmen. Der Länderbericht Schweiz des Global Entrepreneurship Monitors 2012 dokumentiert nationale Unterschiede bezüglich unternehmerischer Einstellungen, Aktivitäten und Ambitionen. Im Weiteren werden die Einflussfaktoren erhoben, die unternehmerische Tätigkeiten eines Landes beschreiben. Zudem kann dank des GEM das politische Engagement für Unternehmertum analysiert werden. Die GEM-Daten ergänzen nicht nur bereits bestehende Daten in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, sondern sie erlauben überdies – wie 2011 - die Schaffung eines neu aggregierten Index, den Global Entrepreneurship and Developement Index (GEDI).

 

In der Erhebung von 2012 wurden in der Schweiz weniger Möglichkeiten zur Unternehmensgründung wahrgenommen als in den Jahren zuvor. Nichtsdestotrotz bewegt sich die Schweiz über dem Durchschnitt der innovationsbasierten Länder. Auffallend ist, dass die Angst vor Scheitern in den letzten Jahren eindeutig gesunken ist und 2012 auf einem ähnlich tiefen Niveau bewegt wie in den USA. Die Schweiz nimmt mit den USA sogar die Spitzenposition aller innovationsbasierten Volkswirtschaften ein.

Unternehmerisches Profil

Die Schweiz zeigt zumindest kurzfristig kein grosses Potential bezüglich der erwarteten Schaffung neuer Arbeitsstellen durch Jungunternehmen (Total Entrepreneurial Activity, TEA). Dieses fehlende Potential ist auch bei anderen Volkswirtschaften aus der Vergleichsgruppe zu konstatieren, wobei die USA ausgenommen sind. Hingegen ist eine Konzentration auf (kombinierte Produkt-Markt-) Innovationen und auf eine internationale Ausrichtung unbestritten.

In diesen Bereichen belegt die Schweiz Platz acht resp. sechs, was langfristig einen positiven Effekt hat: Es ist bekannt, dass Produktinnovationen und die internationale Ausrichtung von Unternehmen eng mit der globalen Nachfragesteigerung gekoppelt sind. Diese generiert wiederum wirtschaftliches Wachstum sowie neue Arbeitsstellen. Abgesehen vom Jahr 2010 bewegte sich die Quote der Gründungsaktivität (TEA) jeweils zwischen sechs und acht Prozent. Interessiert der quantitative Aspekt vor allem politische Entscheidungsträger, sollte den qualitativen Aspekten (bspw. tiefe vs. hohe Joberwartungen) sowie dem unternehmerischen Verhalten nichtsdestoweniger vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Schweizer Ergebnisse im Bereich unternehmerischer Mitarbeiteraktivität liegen unter dem Durchschnitt der innovationsbasierten Volkswirtschaften.

Hingegen rangiert die Schweiz auf einer der besten Positionen, wenn es um Gründungsaktivität (TEA) von Frauen geht (praktisch ausgeglichene Frau- Mann-Ratio). 2012 hielt die Schweiz diesbezüglich sogar die Spitzenposition aller innovationsbasierten Volkswirtschaften inne. Beachtenswert ist in der Schweiz u. a. die Altersstruktur der Gründungsaktivität. Bei den Jüngeren (18-24 Jahre) ist die tiefste Gründungsaktivität aller vergleichbaren Länder feststellbar, hingegen weist die Altersklasse der 35-44-jährigen Personen die höchste Gründungsaktivität auf. Interessant sind ferner die zum ersten Mal erhobenen Daten hinsichtlich des unternehmerischen Verhaltens von Migranten. Die Gründungsaktivität sowohl der ersten als auch der zweiten Generation übertrifft markant den schweizerischen Durchschnitt.

Rico Baldegger

Direktor

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