07. Sept. 2026
Die neueste Ausgabe des HSW-FR-Magazins "Evaluation" ist jetzt in gedruckter Form erhältlich. Alle bisherigen Ausgaben finden Sie zudem auf der Website der HSW-FR zum Download.
Im Umfeld der HSW Freiburg sind Evaluationen allgegenwärtig. Bereits bevor die Studierenden und Weiterbildungsteilnehmer ihr Studium bei uns aufnehmen, haben sie potentielle Studienrichtungen und Hochschulen evaluiert, und sich aufgrund ihrer individuellen Kriterien für uns entschieden.
Edito von Pascal Wild, Direktor der HSW-FR
Kaum mit den Kursen begonnen, geraten sie in einen oft mehrjährigen Zyklus von Semesterprüfungen, Vorträgen und Gruppenarbeiten, in dem sie nun selbst evaluiert werden. Gleichzeitig dürfen sie auch am Ende jedes Semesters die besuchten Kurse und deren Dozierende evaluieren. Diese Rückmeldungen fliessen wiederum in die Evaluationen der pädagogischen und fachlichen Qualität unserer Lehre ein und unterstützen die Studiengangleitenden und die pädagogische Verantwortliche bei ihrer Arbeit.
Als Direktor setze ich diesen Evaluationskreislauf fort, insofern ich die nun mir unterstellten Studiengangleiter und Verantwortlichen selber evaluieren muss, um gemeinsame Ziele festzulegen und die Hochschule weiterzuentwickeln. Wer nun meint, dass man sich auf der höchsten Führungsebene innerhalb der HSW jeglichen Evaluationen entziehen kann, hat sich getäuscht. Durch die Zufriedenheitsumfragen bei den Mitarbeitern, BottomupFeedbacks, der Entwicklung der Nachfrage an unserem Studien und Weiterbildungsangebot, den finanziellen Kennzahlen und nicht zuletzt durch die regelmässige Beurteilung durch übergeordnete Führungsgremien der HESSO scheint es, als sei man als Direktor fast ununterbrochen Evaluationen aus der gesamten Umwelt ausgesetzt.
Eine der bedeutendsten Evaluationen der jüngeren Vergangenheit ist zweifellos die AACSBAkkreditierung, die wir 2024 erfolgreich bestanden haben. Mit einer gewissen Ironie kann ich sagen, dass wir hierfür hauptsächlich neue Evaluationsprozesse schaffen und umsetzen mussten. Interessant ist aber der Grundgedanke dieser Evaluationsprozesse, nämlich das Prinzip des "Continuous Improvements". Es besagt, dass ein sich regelmässiges Hinterfragen und das Erstellen von neuen Entwicklungspotentialen wichtiger ist, als perfekt zu sein oder sich als Besten zu bezeichnen.
Einen grossen Teil der Massstäbe, nach denen qualifiziert wird, können wir dabei selber festlegen und beurteilen. Wir werden aber danach evaluiert, wie gut wir diese festlegen und ob wir uns dabei als Hochschule auch wirklich verbessern. Gute Evaluationen liefern deshalb nicht nur Antworten, sondern regen neue Perspektiven und Fragen an. Vielleicht lohnt es sich deshalb, Evaluationen nicht primär als Kontrolle, sondern als Gelegenheit zum Lernen zu betrachten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun eine anregende Lektüre und hoffe, dass sie einige neue Einsichten auf den alltäglichen "Evaluationswahn sinn" gewinnen können. Und wer weiss, vielleicht können sie ein paar Erkenntnisse für ihren Alltag mitnehmen.
Die Zeitschrift der Hochschule für Wirtschaft Freiburg informiert ihre Leserinnen und Leser über das HSW Leben, berichtet über Lehre und Forschung und bietet Berichte, Nachrichten und Interviews von Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Videos und Fotogalerien ergänzen jede Ausgabe und geben einen Einblick in die Welt der Wissenschaft, Wirtschaft und des Studierendenlebens. Lesen Sie weiter und entdecken Sie alle Ausgaben auf der Webseite des HEG-FR Magazins.
