FORSCHUNGSPROJEKTE

​​​Die Aktivitäten der HSW Freiburg im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung (aF&E) beziehen sich auf zwei prinzipielle Teile:

  • die Realisierung von Forschungsprojekten durch die HES-SO

  • die Weitergabe von Kenntnissen für unser Bildungswesen und unsere Dienstleistungen

 

unten aufgeführt finden sie einige projektbeispiele der hsw freiburg​

Global Entrepreneurship Monitors (GEM) 2017/2018​

Trotz ausgereifter Gründungskultur bleibt die Gründungsrate in der Schweiz (8.5%) unter dem Durchschnitt vergleichbarer Länder (9.2%). Ist die Gründung erfolgt, sind damit einerseits hohe Wachstumserwartungen bezüglich Mitarbeitereinstellungen verbunden, andererseits geben wenige ihr Gründungsprojekt auf. Dies sind zwei Resultate des neuesten Länderberichtes Schweiz des Global Entrepreneurship Monitors (GEM), der grössten internationalen Studie zu Unternehmertum. Die Ausgabe 2017/2018 verfasste die Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR) mit den Partnern SUPSI, Swiss Start-up Factory (SSUF) und Swiss Economic Forum (SEF). In der Studie wurden über 2.400 Personen schweizweit befragt. 

Die Rahmenbedingungen für die Gründung eines Unternehmens sind in der Schweiz besser als in vergleichbaren Ländern. Dessen ungeachtet haben sich in den vergangenen Jahren nur 8,5% der Schweizer ins unternehmerische Abenteuer gestürzt. Dies ist ein leichter Anstieg (+ 0,3%) im Vergleich zum Vorjahr, dennoch klassiert sich die Schweiz unter dem Durchschnitt vergleichbarer innovationsbasierter Volkswirtschaften (9,1%) wie etwa den Vereinigten Staaten, Kanada oder Australien. Indes hat sich die Gründungsrate seit 2015 um 1.2% gesteigert hat.

Hohe Wachstumserwartung und Job Creation​
Die Qualität der Lancierung von Unternehmensideen im internationalen Vergleich ist erkennbar, insofern der Anteil an Gründungen aufgrund guter Opportunitäten überdurchschnittlich hoch ist (67,6%), während solche aus der Not heraus nur 13.9% betragen. Dies legitimiert zum einen, dass die Gründer tendenziell hohe Wachstumserwartungen hegen; ein Drittel möchte in den nächsten 5 Jahren, sechs und mehr Personen einstellen. Dies ist nicht nur der höchste Wert aller europäischen Länder, sondern gleichzeitig das höchste Resultat seit dem Beitritt der Schweiz zum GEM-Projekt. Zum anderen beenden tiefe 1.1% der Gründer ihr unternehmerisches Projekt. Die Quote der etablierten Gründer (länger als 3.5 Jahre im Gründungsprozess) ist mit 10.5% markant höher als im Durchschnitt der Vergleichsländer.

Länderbericht Schweiz des GEM 2017-2018:
Medienmitteilung:​
Ouvrir

Unternehmertum von Studierenden in der Westschweiz: GUESSS

Die meisten Studierenden möchten direkt nach dem Studium in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, um erste Berufserfahrungen zu sammeln. Die Auswertung der Berufsabsichten der Studierenden in der Westschweiz zeigt, dass nur 5.4 Prozent der Studierenden direkt nach dem Abschluss des Studiums eine Karriere als Unternehmer verfolgen wollen. Dieser Wert steigt fünf Jahre nach Abschluss des Studiums auf 29.4 Prozent.

Zunächst wollen die Studierenden hingegen mit 85.4 Prozent in einem Unternehmen, der Verwaltung oder dem Sozialbereich angestellt werden. Dieser Wert sinkt fünf Jahre nach dem Studium deutlich auf 59.7 Prozent. Es wird somit deutlich, dass viele Studierende aus der Westschweiz fünf Jahre nach Beendigung des Studiums ein Unternehmen gründen wollen, jedoch nicht direkt nach dem Studium unternehmerisch tätig werden möchten.

Es zeigt sich, dass die Gründung eines Unternehmens durchaus eine Karriereabsicht für Studierende in der Westschweiz sein kann. Die Studierenden wollen sich nach dem Abschluss des Studiums noch weitere Kompetenzen zur Gründung eines Unternehmens aneignen und sehen die erste Berufserfahrung als weiteren Ausbildungsschritt an. Zudem ist die Angestelltenkarriere direkt nach dem Studium für die Studierenden attraktiv, da sowohl finanzieller, als auch persönlicher Erfolg, in einem etablierten Unternehmen schneller und einfacher erreicht werden können, als bei einer Neugründung. Die Studierenden verlassen somit zunächst nicht ihre Komfortzone, die Gründung eines neuen Unternehmens würde viel persönlichen Einsatz verlangen und keine Garantie auf Erfolg versprechen.

Das Projekt GUESSS

Das internationale Projekt GUESSS ist eine wissenschaftliche Untersuchung zu verschiedenen Aspekten der Berufswahl und im Speziellen zu den unternehmerischen Absichten der Studierenden an Hochschulen und Universitäten weltweit.  2016 wurde GUESSS in insgesamt 50 Ländern durchgeführt.GUESSS 2016 wurde in der Westschweiz ausgewertet von der Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR).

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GLOBAL ENTREPRENEURSHIP MONITOR 2016/2017

Trotz günstigen Rahmenbedingungen und einer tieferen Angst vor dem Scheitern sind Schweizer Jugendliche nach wie vor zurückhaltend den unternehmerischen Weg zu begehen. Zudem sind weniger Frauen bereit diesen beruflichen Werdegang zu wählen. Dies sind zwei Resultate des neuesten Länderbericht Schweiz des Global Entrepreneurship Monitors (GEM), der grössten internationalen Studie über das Unternehmertum. Die Ausgabe 2016/2017, verfasst von der Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR), untersucht in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) zum ersten Mal regionale Unterschiede gemäss den sieben Grossregionen (vom Bundesamt für Statistik) und den Raumtypen der neuen Regionalpolitik NRP der Schweiz. Die über 3.500 im Rahmen der Studie durchgeführten Befragung zeigen ausserdem, dass Metropolen für die Entwicklung einer unternehmerischen Tätigkeit weit förderlicher sind als periphere Regionen.

8,2% der Schweizer haben zwischen 2013 und 2016 ihr eigenen Unternehmen gegründet

Die Rahmenbedingen in der Schweiz werden im Allgemeinen positiv beurteilt, und die Bedingungen für die Gründung eines Unternehmens sind in der Schweiz besser als in vergleichbaren Länder. Dennoch haben sich in den vergangenen Jahren nur 8,2% der Schweizer ins unternehmerische Abenteuer gestürzt. Dies ist ein leichter Anstieg (+ 0,9%) im Vergleich zu 2015, dennoch klassiert sich die Schweiz unter dem Durchschnitt vergleichbarer innovationsbasierten Volkswirtschaften (9,1%), wie bspw. den Vereinigten Staaten, Kanada oder Australien. Unternehmertum ist keine echte Berufswahl Im Jahr 2016 glaubten 43,3% der Schweizer, dass sie über genügend Erfahrung und Kompetenzen verfügen, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Aber nur für eine Minderheit kommt eine Unternehmensgründung als Option in Frage: 38,9% der Bevölkerung betrachtet sie als gute Karrierewahl, gegenüber 77,9% in den Niederlanden, 68,8% in Portugal, 65,5% der Kanadier, oder 64,2% der Israeli. Und nur 7,9% der Schweizer sind bereit, sich in den nächsten drei Jahren unternehmerisch zu betätigen und ein neues Unternehmen zu gründen. Die unternehmerische Karriere scheint in der Schweizer Bevölkerung weiterhin nicht die nötige positive Ausstrahlung zu besitzen.

Die Schweiz in den hinteren Rängen

Bei den Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren ist der Übergang zum Unternehmertum in der Tat problematisch. Obwohl viele der jungen Befragten eine unternehmerische Laufbahn als gute Karrierewahl ansehen (44,2% von ihnen), erachtet nur eine kleine Minderheit (13,6%), dass sie die erforderlichen Grundlagen besitzen um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Und nur ein Viertel (25,5%) erkennt interessante Geschäftsmöglichkeiten am Ort in dem sie leben. Im internationalen Vergleich hinkt hier die Schweiz klar hinterher: nur eine junge Person aus dreissig ist derzeit daran ein Geschäft zu gründen oder steht an der Spitze eines Startups. Eine Zahl, die die Schweiz in die hinteren Ränge vergleichbarer innovationsstarker Volkswirtschaften verweist (Rang 23 im Vergleich der 27 Länder). In den Niederlanden kennt fast jeder Fünfte bereits die Freuden und Herausforderungen der unternehmerischen Tätigkeit…

Wie kann man Jugendliche fürs Unternehmertum begeistern?

 Sind dies Anzeichen für einen Mangel an Selbstvertrauen? Oder will die junge Schweizer Generation die eigene Komfortzone und den Angestelltenstatus nicht verlassen? Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Weichen zu unternehmerischen Anreizen und Ausbildung zu spät gestellt werden. Wie kann deshalb Unternehmergeist und innovatives Verhalten schon während der obligatorischen Schulzeit vermittelt werden? Rico Baldegger, Direktor der HSW-FR meint dazu: „der Erfolg unserer ersten Ausgabe des Sommercamp ADOPRENEURS, das wir im Sommer 2016 für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren organisiert haben, zeigt deutlich, dass junge Menschen auf solche Initiativen warten. Mehr noch, die Art und Weise der unternehmerischen Ausbildung, einschließlich der postobligatorischen Ebene, muss grundlegend überdacht werden. Wir müssen die Schülerinnen und Schüler aus dem Klassenzimmer und in die Praxis der realen Wirtschaftswelt bringen, vor allem die der Start-ups. Das Schweizer Bildungssystem muss die Kreativität junger Menschen besser fördern und sie ermutigen, außerhalb der Box und abseits klassischer Karrieren zu denken".

Frauen weniger in unternehmerischer Art und Weise tätig

Die Situationsanalyse aus der Geschlechterperspektive zeigt, dass Frauen heute weniger dazu bereit sind sich auf unternehmerische Art und Weise zu engagieren als vor etwa zehn Jahre. Von 22,9% im Jahr 2003 stieg die Quote auf fast 50% zwischen 2011 und 2014 - eine Zahl nahe Parität mit den Männern – fällt aber wieder auf 32,2% im Jahr 2016. Dies könnte damit gedeutet werden, dass die Finanzkrise 2008 Frauen gedrängt hat neue Unternehmen „aus Not“ zu gründen. Im Weiteren ist die Situation des Arbeitsmarkts in den letzten Jahren insgesamt besser geworden ist, und könnte deshalb ihre unternehmerischen Ambitionen geschmälert haben. Auch die Balance zwischen Arbeit und Familienleben erscheint als Faktor für diesen bedeutenden Rückgang wahrscheinlich.

Ballungsgebiete günstig für Unternehmensgründungen

Erstmals, und auf Initiative des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), wurden Analysen zu den sieben Grossregionen und den Raumtypen der Neuen Regionalpolitik NRP durchgeführt. Der GEM Bericht zeigt, dass unternehmerische Absichten und Aktivitäten von Schweizern in den Ballungsräumen und Städten deutlich stärker ausgeprägt sind als in den Randbereichen. In den ersten Regionen erkennt fast die Hälfte der Bevölkerung (47,3%) kommerzielle Geschäftsmöglichkeiten gegenüber nur einem Drittel der Bevölkerung für zweitgenannte Regionen. Insbesondere in Zürich, in der Genferseeregion und in den Kantonen im Osten der Schweiz ist die unternehmerische Aktivität 2016 am dynamischsten, vor allem in den Sektoren persönliche und professionelle Dienstleistungen (speziell im Bereich des Gesundheitswesens, Coachings, u.ä.), Handel, Gastronomie und der Informations-und Kommunikationstechnologie (ICT).

Über den Global Entrepreneurship Monitor (GEM)

Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) ist die wichtigste und grösste internationale Studie zum Unternehmertum. Die Studie 2016 wird in 65 Ländern durchgeführt und analysiert die Einstellung der Bevölkerung zum Unternehmertum und die unternehmerischen Aktivitäten des Landes. Der Bericht für die Schweiz wurde von der Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR) in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und der SUPSI Manno in der italienischen Schweiz verfasst. Mittels mehr als 3.500 Telefoninterviews (gegen 2000 in der vorherigen Umfrage) und 36 Experteninterviews wurden die unternehmerischen Einstellungen, Aktivitäten und Ambitionen ermittelt, sowie die Faktoren erhoben, die die Wahl der einzelnen Personen und den Stellenwert des Unternehmertums in unseren Volkswirtschaften erklären können. Die Volkswirtschaften werden in der GEM-Studie in drei Kategorien unterteilt: Schwellenländer, Transformationsländer und innovationsstarke Volkwirtschaften, darunter die Schweiz.

DOWNLOAD DER STUDIE:

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GLOBAL ENTREPRENEURSHIP MONITOR 2015/2016

Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) ist die wichtigste internationale Studie zu Unternehmensgründungen. Der Bericht für die Schweiz wurde von der Hochschule für Wirtschaft in Freiburg verfasst, die über 2’000 Personen zu ihrer Einstellung zum Unternehmertum und unternehmerischen Aktivitäten des Landes befragt hat. Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts 2015: Die Schweizer haben eine positive Einstellung zum Unternehmertum, tun sich aber schwer, selbst ein Unternehmen zu gründen. Die Antworten wichen je nach Sprachregion leicht voneinander ab. Es bedarf noch erheblicher Anstrengungen, um den Unternehmergeist bei jungen Menschen zu stimulieren und Frauen bei der Gründung eines eigenen Unternehmens zu unterstützen.
 
Nur 7,3% der Schweizer haben zwischen 2013 bis 2015 ihr eigenes Unternehmen gegründet.
44% der Schweizer (gegenüber 41% in anderen innovationsstarken Volkswirtschaften) glauben, dass sie über genügend Erfahrungen und Kompetenzen verfügen, um ein Unternehmen zu gründen. Nur ein Drittel von ihnen (gegenüber 40%) würde sich aus Angst vor dem Scheitern von einer Gründung abschrecken lassen. Dennoch und trotz guter Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen drei Jahren nur 7,3% in das unternehmerische Abenteuer gestürzt (gegenüber 8,5% in vergleichbaren Ländern). Fazit: Die Schweizer haben eine positive Einstellung zum Unternehmertum, zögern aber, sie in die Tat umzusetzen. Dieser Befund wiederholt sich von Jahr zu Jahr.
 
Ist die Unternehmensgründung eine echte Karriereoption?
Für die Mehrzahl unserer Landsleute im Alter von 18 bis 64 Jahren kommt eine Unternehmensgründung als Karriereoption keinesfalls in Frage. Nur 40% betrachten sie als echte berufliche Option, gegenüber 79,2% in den Niederlanden, 64,5% in Israel und 63,4% in Portugal. Dieser Befund bestätigt sich bei den 18- bis 24-Jährigen, von denen nur 3,1% einen solchen Weg beschreiten würden. Damit liegt die Schweiz auf dem 18. Platz von 22 Ländern mit einer innovationsstarken Volkswirtschaft und damit ziemlich am Schluss des Feldes. Ist mangelndes Selbstvertrauen der Grund? Oder der Wunsch, vor der Gründung Erfahrung zu sammeln? Oder liegt es daran, dass diese Altersgruppe ihre Komfortzone nicht verlassen will und den Status eines Angestellten vorzieht?
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Gründerkultur in der Schweiz ein starkes Entwicklungspotenzial hat. Sie deuten darauf hin, dass die Anreize, Unternehmer zu werden, und die unternehmerische Ausbildung heute unzureichend sind. Sie sollten in grösserem Massstab gefördert werden. Den Jüngsten sollte zudem ab der allgemeinen Schulpflicht nahegebracht werden, dass eine Unternehmensgründung eine attraktive Karriereoption ist. Mehrere Initiativen der HSW-FR gehen in diese Richtung und haben zum Ziel, die unternehmerische Ader von jungen Menschen zu stimulieren: das Sommercamp ADOPRENEURS, dessen erste Ausgabe im letzten Juli veranstaltet wurde, oder die Organisation eines Kurses zur Unternehmensgründung.
 
Stärkere Gründungsabsichten in der Westschweiz
Der Vergleich der Einstellungen zu Unternehmensgründungen nach Sprachregion zeigt, dass die Angst vor dem Scheitern in der Deutschschweiz (31,8%) schwächer ausgeprägt ist als in der Westschweiz (39%). Dennoch wollen mehr Westschweizer ihr eigenes Unternehmen gründen (8,8% gegenüber 6,7% der Deutschschweizer). Die höhere Arbeitslosenquote in den Kantonen der lateinischen Schweiz hat höchstwahrscheinlich einen Einfluss auf die Absicht, ein eigenes Unternehmen zu gründen und unabhängig zu werden. Die zahlreichen Hilfsangebote für Start-ups und die Innovationsförderung, insbesondere in der Genferseeregion, tragen ebenfalls zur Dynamik des Westschweizer Unternehmertums bei.
 
Unterstützung für weibliche Unternehmensgründerinnen
In der Schweiz wurden 2015 im Gesundheitswesen, in der Bildung sowie im staatlichen und sozialen Dienstleistungssektor die meisten Unternehmen gegründet (27,2%). Die neuen Schweizer Unternehmer sind mehrheitlich männlich und zwischen 35 und 44 Jahre alt. Dieses Profil bestätigt, dass bei der jungen Generation und bei weiblichen Unternehmensgründerinnen angesetzt werden sollte. Es ist unbedingt notwendig, in erster Linie die Schweizerinnen bei Unternehmensgründungen zu unterstützen, zum Beispiel mit Programmen zur Wiedereingliederung nach dem Mutterschaftsurlaub. Die Wirtschaft der Schweiz kann dabei nur gewinnen.

DOWNLOAD THE REPORTGlobal Entrepreneurship Monitor - Report on Switzerland 2015-2016 (GEM).pdf.PDF

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SWISS INTERNATIONAL ENTREPRENEURSHIP SURVEY - SIES 2016

INTERNATIONALISATIONSVERHALTEN VON SCHWEIZER KMU

 
Die Studie Swiss International Entrepreneurship Survey (SIES) der Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR) in Partnerschaft mit PostFinance basiert auf Angaben von über 600 KMU aus allen Landesteilen der Schweiz.
Die Studie von 2016 zeigt, dass die internationalen Schweizer KMU den Härtetest der Frankenstärke und grundsätzlich der Globalisierung relativ gut bewältigen. Sie haben den Aufwertungsdruck mehr oder minder verdaut, konnten sich dem veränderten Währungsumfeld anpassen und beurteilen ihre Perspektiven selbst wieder zuversichtlicher. Die Resultate belegen unter anderem, dass die globale Öffnung einen positiven Effekt auf die Innovationskraft hat.
 
Die Auslandsnachfrage bleibt der Hauptmotor für die Internationalisierung
Eine vergleichende Analyse der Ergebnisse von 2016 mit den Resultaten der drei vorherigen Studien (2007, 2010, 2013) ermöglicht, die Entwicklung des Internationalisierungsverhaltens von Schweizer KMU differenziert zu erfassen. Eine Haupterkenntnis ist, dass die Auslandsnachfrage als Grund zur Internationalisierung zwar an Relevanz verloren hat, aber nichtsdestotrotz ihr Hauptmotor (72% im 2013 gegen 54% im 2016) bleibt. Zu erklären ist dies damit, dass die Auswirkungen des starken Schweizer Frankens seit Anfang 2015 vermehrt spürbar sind. Die nicht vorteilhaften Wechselkurse motivieren die Schweizer KMU, forciert den Heimmarkt ins Visier zu nehmen. 2007 bezeichneten 58% der befragten KMU das limitierte Potential des Heimmarktes als Hauptgrund für Internationalisierung, 2016 nur noch 42%.
 
Schutz gegen den starken Schweizer Franken
Um ihre Abhängigkeit von den europäischen Märkten und von den Risiken des starken Schweizer Frankens zu reduzieren (81% der KMU sind in Westeuropa aktiv), wird für unsere exportierenden KMU immer entscheidender, von den globalen Märkten zu profitieren. In verschiedenen globalen Märkten aktiv zu sein, erlaubt zum einen, Risiken zu minimieren; zum andern können als Zulieferer und/oder Element globaler Wertschöpfungsketten neue Geschäftsgelegenheiten generiert werden. Ende 2015 waren mehr als ein Drittel der befragten KMU in Nordamerika, 20% in Südostasien präsent.
 
Professionalisierung der Internationalisierung
Der direkte Export ist zwar wie in vorangehenden Jahren der meistgewählte Internationalisierungsweg der befragten Schweizer KMU, allerdings zeigen sich Veränderungen: In ausländische Märkte treten nunmehr häufiger Grossabnehmer ein. Der Anteil an KMU, die über Auslandsniederlassungen, Tochtergesellschaften oder mittels eines ausländischen Produktionsbetriebs mit eigener Vertriebsstruktur international agiert, ist ebenfalls signifikant gestiegen. Dies unterstreicht, dass sich die Entscheidungsträger mit dem internationalen Geschäft professioneller als früher auseinandersetzen.
 
Internationalisierung als Doping für Innovation
Der Internationalisierungsprozess birgt nicht nur gewisse Risiken, sondern auch diverse Chancen. So kann sich die internationale Öffnung eines KMU positiv auf dessen Innovationskraft auswirken, und zwar im Hinblick auf die Entwicklung neuer Produkte, auf eine bessere Qualifikation des Personals sowie die Anzahl Patente. Indem die KMU ihre Produkte oder Dienstleistungen den internationalen Marktbedingungen anpassen, verlassen die KMU ihre Komfortzone und erhöhen ihre Adaptionsfähigkeiten.
 
Globale Städte als Hub für kulturell entfernte Weltregionen
Die Studie 2016 konstatiert die Vorgehensweise der KMU mittels „Hubs“, wenn sie in räumlich und kulturell entferntere Regionen expandieren, etwa nach Japan, Zentralamerika oder Südostasien. Tritt ein KMU in kulturell andersartige Märkte ein, wird der Geschäftserfolg meist über eine Mega-Metropole wie Tokio (70,4%), Mexiko-Stadt (51,7%) oder Singapur (48,7%) wesentlich mitentschieden. In diesen Metropolen konzentrieren sich lokale Entscheidungsträger und spezialisierte Dienstleister in Informatik, Marketing, Recht, Finanzen oder Kommunikation. Die Innovationskapazität der KMU hängt markant von solchen Netzwerken ab, die den Firmen bei der Erkennung und Umsetzung von Geschäftsgelegenheiten dienen.
 
Nur rund ein Sechstel der KMU sind von der Partnerschaft mit Hochschulen überzeugt
Lediglich 14,6% der befragten KMU sind der Meinung, dass in Zukunft die Kooperation in Forschung und Entwicklung mit Universitäten und Fachhochschulen für Innovationsprojekte erfolgsversprechend ist. Dies ist ein alarmierendes Signal und offenbart den Mangel an engen und befriedigenden Zusammenarbeitsmodellen zwischen KMU und Schweizer Hochschulen. An die Publikation der Studie SIES 2016 folgend, organisiert die HSW-FR mit Unternehmern in der Schweiz deshalb verschiedene Workshops zu Internationalisierungsstrategien von KMU
 
Ein Viertel der Entscheidungsträger internationaler KMU haben keine internationale Erfahrung.
Die Befragung indiziert auch, dass mehr als die Hälfte der Befragten berufliche Auslandserfahrung gesammelt oder längere Auslandsaufenthalte verbracht hat. Überdies weist knapp die Hälfte konkrete Arbeitserfahrung in einem internationalen Unternehmen auf, 21,2% wurden sogar im Ausland ausgebildet. Als problematisch ist zu bewerten, dass ein Viertel der Befragten über keinerlei Auslandserfahrung verfügt. Aus diesen Gründen investiert die HSW-FR vermehrt in die Ausbildung internationaler Unternehmer. Mit Programmen wie dem International Bootcamp, mit Studienreisen in die USA (Boston, Silicon Valley), nach Singapur oder in Regionen in China sowie mit einem dreisprachigen Bachelor-Lehrgang eignen sich Studierende und Teilnehmer Kompetenzen an, die für eine internationale Karriere unabdingbar sind.
 
Resultate 2016 zur Studie über das Verhalten der Internationalisierung vom PME:
 

Resultate der Studie 2013:  

A4_de_Studie_SIES_Doppelseiten_ok2.pdf Resultate der Studie 2013 auf deutsch    |   A4_fr_Studie_SIES_Doppelseiten_ok2.pdf Resultate der Studie 2013 auf französisch   |   A4_fr_Studie_SIES_Doppelseiten_ok2.pdf Resultate der Studie 2013 auf italienisch

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Philippe Régnier 
Verantwortlicher aF&E
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